Praxisentwicklung als strategischer Rahmen für die Implementierung akademischer Pflegerollen

Doris Eberhardt

Abstract


Hintergrund:

Das Klinikum Neumarkt beschäftigt sich seit längerem mit der Verankerung akademischer Berufsrollen in die Pflegepraxis. Als Erfolgsfaktor hierfür gilt u.a. die konsequente Ausrichtung der neuen Rollen und Aufgabenfelder an den Bedürfnissen der Pflegeempfänger und den Zielen der pflegerischen Versorgung. Dies erfordert die Auseinandersetzung der Einrichtung mit der Frage, welche Ziele die Pflege verfolgt und mit welchen Strategien diese Ziele erreicht werden können.  

Ziele:

Es sollte ein strategisches Rahmenkonzept entwickelt werden, mit dessen Hilfe das Aufgabenprofil klinisch tätiger Bachelorabsolventen stringent abgeleitet und die notwendigen Organisationsentwicklungsprozesse identifiziert und gesteuert werden können.

Methode:

Das Strategiekonzept wurde in einem neunmonatigen, partizipativen Prozess entwickelt. Dabei wurden sowohl wissenschaftliche Methoden als auch Instrumente des strategischen Managements angewandt. Den theoretischen Rahmen bildet das Konzept Praxisentwicklung nach McCormack, Manley und Garbett (2009).

Ergebnisse:

Das Rahmenkonzept enthält 8 Zielbereiche: (1) Ausbau der Fach- und Rollenentwicklung der Pflegenden, (2) Umsetzung Evidence-basierter Pflege, (3) Systematische Steuerung und personenzentrierte Umsetzung des Pflegeprozesses, (4) Aufgaben- und stellendifferenzierte Zusammensetzung von Pflegeteams, (5) Ausbau der Führungskompetenz in Richtung transformationale Führung, (6) Etablierung einer entwicklungsfördernden Arbeits-  und Lernumgebung, (7) Erreichen und Nachweisen guter Pflegeergebnisse, (8) Aufbau interprofessioneller Zusammenarbeit und eines effektiven Schnittstellenmanagements.

Schlussfolgerungen:

Das Strategiekonzept verdeutlicht, dass die Integration akademischer Pflegerollen eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der gemeinsam definierten Ziele darstellt. Gleichzeitig lässt es erkennen, dass die erfolgreiche Einmündung der neuen Rollen und damit letztlich die Verbesserung der pflegerischen Versorgung nicht ohne weiterführende, alle an der Pflege Beteiligte betreffende Entwicklungsschritte gelingen kann. Das Konzept stellt für uns ein unverzichtbares Instrument dar, um Verständnis für die anstehenden Veränderungen zu schaffen und Maßnahmen sinnvoll aufeinander abzustimmen.  

 

Practice Development as a strategic framework for the implementation of academic nursing roles

Background:

Klinikum Neumarkt is promoting the implementation of academic nursing roles into practice aiming to enhance excellence of nursing care. An important factor for success in this process is the systematic focus on the needs of patients and the aims of nursing care. This requires to deal with the aims of nursing practice and effective strategies to achieve the stated objectives.

Aims:

To derive the bachelor graduates scope of practice and guide the organizational change, a strategic framework should be developed.

Method:

Over nine months a complex strategic framework was developed in a participatory process using instruments of change management and scientific methods. The theoretical approach of Practice Development following McCormack, Manley und Garbett (2009) underpins the strategic concept.  

Results:

The framework incorporates 8 targets: (1) developing and extending the nursing role; (2)  promoting evidence-based practice;  (3) implementing a patient-centred case management; (4) introducing a skill and grademix; (5) achieving transformational leadership; (6) establish an effective workplace and learning culture; (7) setting systems to measure nursing outcomes; (8) encouraging effective interprofessional collaboration.

Conclusion:

The strategic framework points out the integration of academic nursing roles as a central prerequisite for achieving the jointly defined aims. However further activities seem to be important as complementary strategies to develop nursing practice. The concept already appears as a value tool to control the change process and promote understanding of the impending changes.




DOI: https://doi.org/10.6094/KlinPfleg.3.15

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ISSN 2365-7863