Motive und Hürden bei der Etablierung technischer Assistenzsysteme in Pflegeheimen: eine qualitative Studie.

Patrick Fehling, Theo Dassen

Abstract


Hintergrund:

Um künftig trotz wachsendem Anteil an Pflegebedürftigen und Pflegefachkräftemangel eine pflegerischeVersorgung zu gewährleisten, werden vor allem im ambulanten Pflegesektor technische Assistenzsysteme (TAS) zur Unterstützung und Überwachung zu Pflegender eingesetzt. Diese Studie sollte Hinweise zu Tage fördern, warum TAS aus Sicht von Einrichtungsleitungen trotz wachsender Angebote und Akzeptanz in der Bevölkerung in bundesdeutschen Pflegeheimen selten zum Einsatz kommen.


Methode:

Im Rahmen der qualitativen deskriptiv‐explorativen Studie wurden, als Entscheidungsträger für Innovationsprozesse geltende, Einrichtungsleitungen um Experteninterviews gebeten, die mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.

 

Ergebnis:

Aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg‐Vorpommern beteiligten sich 12 Einrichtungsleitungen, die in Teilen TAS bereits einsetzten. Sie explizierten überwiegend ihre eigene Zurückhaltung und ihre moralischen Bedenken sowie die Aversion insbesondere ihrer älteren Mitarbeiter gegenüber TAS. Dies und die hohen Kosten würden den Einzug von TAS in Pflegeheimen aktuell bremsen. Andererseits würden Angehörige heute schon und zukünftig auch die Pflegenden,der Wettbewerb um Pflegefachkräfte und die Pflegewissenschaft TAS zur Bewohnersicherheit und zur Arbeitserleichterung einfordern.

 

Schlussfolgerung:

Um TAS in Pflegeheimen zu etablieren, erwarteten die Interviewten eine suffiziente Beratung und Partizipation der Einrichtungsleitungen, von Seiten der Industrie, eine entsprechende Qualifizierung der künftigen Pflegenden und eine aktivere Beteiligung der Pflegewissenschaft.

 

Motives and obstacles in the implementation of technical assistance systems in nursing homes: a qualitative study

 

Background:

To ensure care in the increasing number of care recipient despite the shortage of care professionals, technical assistance systems (TAS) have been installed in the outpatient care mainly to support and monitor patients. This study researched why German nursing homes have currently launched so few TAS even though the offers and the population’s acceptance have increased.

 

Method:

Due to their considered decision making in implementing TAS, managing directors of nursing homes in different German states were asked to participate in this qualitative descriptive‐explorative study

 

Results:

Twelve leading managers from Berlin, Brandenburg and Mecklenburg‐West Pomerania participated. They partly had experience with TAS and were predominantly wary of technological innovations. The high costs, their ethical concerns and the aversion of the older caregivers in particular would curb the implementation of TAS in their nursing homes. However, the current relatives, the future caregivers, the staff shortage and the nursing science will demand more TAS in nursing homes.

 

Conclusions:

To equip nursing homes with more TAS, the participants wished for in TAS instructed caregivers and more consultation and involvement by the manufacturer and the nursing science.




DOI: https://doi.org/10.6094/KlinPfleg.3.61

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Copyright (c) 2017 Patrick Fehling, Theo Dassen

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ISSN 2365-7863