Auswirkungen von Basaler Berührung auf das herausfordernde Verhalten während der Körperpflege bei Menschen mit Demenz: eine Mixed Methods Studie

Myrta Kohler, Jeanette Mullis, Melanie Burgstaller, Jürg Schwarz, Susi Saxer

Abstract


Hintergrund:
Verhaltenssymptome gelten als eine der relevantesten klinischen Dimensionen der Demenz und werden unter dem Begriff „herausforderndes Verhalten“ zusammengefasst. Im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen werden nicht-pharmakologische Ansätze empfohlen. Basale Stimulation wird in der Praxis häufig angewendet, aber es liegen nur wenige Forschungsergebnisse über dessen Wirksamkeit vor.

Ziel:
Ziel der Forschung war, die Auswirkungen der Anwendung der Basalen Berührung, ein Angebot der Basalen Stimulation, während der Unterstützung bei der Körperpflege auf das herausfordernde Verhalten von Menschen mit Demenz im Pflegeheim zu untersuchen.

Methode:
Es wurde ein Mixed Methods embedded Design gewählt. Dabei wurde in einer primären quantitativen Interventionsstudie ein qualitativer Teil eingebettet. Der quantitative Teil wurde durch ein One-group pretest-posttest Design mithilfe von Beobachtungen und einem Fragebogen durchgeführt. Die qualitativen Daten aus den Fokusgruppeninterviews mit den Pflegepersonen wurden genutzt, um die quantitativen Ergebnisse ergänzen und erklären zu können. Die Intervention war die Anwendung der Basalen Berührung während der Körperpflege. Dafür wurden die Pflegepersonen zwei Tage durch einen Experten geschult.

Resultate:
Die Studie wurde auf 5 Demenzstationen in insgesamt 3 Pflegeheimen in der Deutschschweiz durchgeführt. Es nahmen 40 Bewohnerinnen und Bewohner und 17 Pflegepersonen teil. "Körperliche Aggression", "Körperlich nicht-aggressives Verhalten" und "Anspannung/ Unruhe" konnten nach der Intervention statistisch signifikant weniger häufig beobachtet werden. Dafür hat "Entspannung/Ruhe/Sicherheit" statistisch signifikant zugenommen. Auch die Pflegepersonen berichteten, durch die Intervention weniger herausfordernde Verhaltensweisen zu erleben.

Schlussfolgerung:
Die Anwendung von Basaler Berührung während der Körperpflege scheint sich positiv auf herauforderndes Verhalten auszuwirken. Weitere Forschung ist nötig, um Langzeitwirkungen aber auch die Auswirkungen auf weitere Outcomes wie beispielsweise Medikation oder Lebensqualität zu untersuchen.

Studienregisternummer:

DRKS-ID: DRKS00010541

 

Effects of basal touch on challenging behaviour during personal hygiene activities in nursing home residents with dementia: a mixed methods study

Background:
Behavioural symptoms are one of the most relevant clinical dimensions of dementia and summarized under the term "challenging behaviour". To deal with challenging behaviour, nonpharmacological approaches are recommended. The concept of Basal Stimulation is widely used in practice. However, there is a lack of research about its effectiveness.

Aim:
The aim of the study was to elaborate the effectiveness of Basal Touch, as a component of the concept Basal Stimulation, on challenging behaviour of persons with dementia during personal hygiene activities in nursing homes.

Methods:
A mixed methods embedded design was chosen. In a primary quantitative intervention study, a qualitative part was embedded. The quantitative part consisted of a one-group retest-posttest design by means of observations and a questionnaire. Qualitative data from focus group interviews with nurses were used to complete and explain quantitative results. The intervention consisted of implementing Basal Touch during personal hygiene activities. Therefore, nurses received a two-day training by an expert of Basal Stimulation.

Results:
The study was conducted on five dementia wards in totally three nursing homes in the German-speaking part of Switzerland. Forty residents and seventeen nurses took part. "Physically aggressive behaviour", "physically non-aggressive behaviour" and "tension/restlessness" were statistically significantly less observed after the intervention but "relaxation/rest/certainty" increased statistically significantly. Nurses also reported to have experienced less challenging behaviours after the intervention.

Conclusion:
Implementation of Basal Touch for support during personal hygiene appears to have a positive effect on challenging behaviour. Further research is needed to investigate long-term effects as well as other outcomes, for example medication or quality of life.




DOI: https://doi.org/10.6094/KlinPfleg.4.13

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Copyright (c) 2018 Myrta Kohler, Jeanette Mullis, Melanie Burgstaller, Jürg Schwarz, Susi Saxer

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ISSN 2365-7863